Der Rekordmeister stellt gegen Gladbach den nächsten Bundesliga-Rekord auf. Noch nie war eine Mannschaft so genau im Passspiel wie die Bayern beim letztlich souveränen 5:1-Sieg gegen die Fohlen. David Alaba und Sandro Wagner konnten mit ihren Treffern Premieren feiern.


​Gut zehn Minuten brauchte der FC Bayern im Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstagabend, um ins Spiel zu finden. Oder besser gesagt: Es bedarf eines 0:1-Rückstandes durch Fohlen-Angreifer Josip Drmic in der neunten Minute, bei dem Innenverteidiger Niklas Süle keine all zu gute Figur abgab, um den Bayern-Motor anzuschmeißen.

Süle war einer von gleich sieben neuen Spielern in der Anfangsformation des Rekordmeisters, der bereits eine Woche zuvor den sechsten Meistertitel in Serie klar gemacht hatte. Trotz der Beteuerungen von Jupp Heynckes im Vorfeld der Partie, man wolle auch in der Bundesliga durchziehen, schien es in den Anfangsminuten anders zu laufen. Aber wer will schon einem Jupp Heynckes widersprechen? Das haben sich wohl auch die Bayern-Stars gedacht und drehten gegen eine zunehmend schwächer werdende Borussia immer mehr auf.

Mit ​5:1 wurden die Fohlen am Ende abgefertigt - und Heynckes bekam bei seinem wohl endgültig letzten Auftritt gegen "seine Borussia" die gewünschte Leistung präsentiert. Zwei Treffer von Sandro Wagner drehten die Partie schon vor der Pause. Der Nationalstürmer erzielte damit zum ersten Mal in seiner Karriere in vier aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen ein Tor. Mit den Toren von Thiago, Robert Lewandowski und zuvor der umjubelte Treffer von David Alaba, legten die Hausherren im zweiten Durchgang nach. Der österreichische Linksverteidiger hatte mit einem unhaltbaren Fernschuss seinen ersten Bundesligatreffer mit rechts erzielt.

Bayern mit neuem Bundesliga-Rekord


Genauigkeit war ohnehin ein herausragendes Merkmal des Bayern-Spiels an diesem Abend in der Allianz-Arena. Exakt 93.9 Prozent der Münchener Abspiele fanden den Mitspieler. Damit stellte der Rekordmeister einen neuen Bundesliga-Rekord auf: Noch nie war ein Team seit Beginn der Opta-Datenerfassung in der Saison 2004/2005 genauer im Passspiel.


Die Genausten unter den Genauen waren dabei Juan Bernat, Joshua Kimmich und Niklas Süle, die je 98 Prozent ihrer Pässe an den Mann brachten.

Ex-Bayern-Coach Pep Guardiola wäre bei diesen Quoten wohl vor Freude in Tränen ausgebrochen. Die Gladbacher konnten am Samstag froh sein, dass ihnen die "Passmaschine" FC Bayern nicht noch mehr Tore eingeschenkt hatte.