Nach der historisch schwachen Hinrunde mit sechs Punkten aus 17 Spielen taumelt der 1.FC Köln dem Abstieg in die zweite Bundesliga entgegen. Trotz des Rückstands von elf Punkten auf den 15. Platz glaubt Geschäftsführer Armin Veh jedoch noch an eine Chance auf den Klassenerhalt, wie er im Interview mit Sky Sport offenbarte.

Die bisherige Saison lief für den 1.FC Köln alles andere als erwartet. Nachdem man die vergangene Spielzeit auf dem fünften Tabellenplatz beendete, feierte der FC nach 25 Jahren seine Rückkehr in den Europapokal und wollte weiter auf den Erfolgen aufbauen. Doch es kam anders: Die Mannschaft von Peter Stöger verlor die ersten fünf Spiele der neuen Saison und hatte nach zehn Spieltagen lediglich zwei Zähler auf dem Konto.

1. FC Koeln v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

     Das langjährige Erfolgsduo des 1.FC Köln: Peter Stöger und Jörg Schmadtke (v.l.)



Aufgrund der schwachen Resultate zogen die Verantwortlichen in der Folge die ersten Konsequenzen: Im Oktober musste zunächst Geschäftsführer Jörg Schmadtke seinen Hut nehmen, ehe Stöger Anfang Dezember nach dem 2:2-Unentschieden gegen Schalke 04 ebenfalls von seinen Aufgaben entbunden wurde. Insgesamt stehen die Kölner mit lediglich sechs Punkten nach der Hinrunde und einer Tordifferenz von -22 abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt neun Punkte, auf Mainz 05, das auf dem 15. Platz überwinterte, hat die Mannschaft gar elf Zähler Rückstand.


​Veh und Ruthenbeck zum Auftakt optimistisch


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Nach zwischenzeitlichem Chaos und dem Verfall in alte Muster, ist in Köln wieder Ruhe eingekehrt. Armin Veh, der 2007 als Trainer mit dem VfB Stuttgart den Gewinn der Deutschen Meisterschaft feierte, wurde als Nachfolger von Schmadtke vorgestellt, U19-Trainer Stefan Ruthenbeck sollte die Mannschaft zunächst bis zur Winterpause begleiten, wird jedoch zumindest bis zum Saisonende die Mannschaft weiterhin trainieren.

Trotz der unerwartet schwachen Hinrunde ist Veh darum bemüht, optimistisch zu bleiben: "Es ist wichtig, dass die Fans noch an ein kleines Wunder glauben", so der 56-Jährige im Interview mit Sky Sport. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft veranlasse ihn nicht dazu, den Kopf in den Sand zu stecken: "Auch die Spieler glauben absolut noch an sich. Das gibt mir Hoffnung."

Für die Kölner geht es am 18. Spieltag im Derby gegen den Rivalen aus Mönchengladbach, ehe man in der darauffolgenden Woche auf den Hamburger SV trifft, der auf Platz 17 überwinterte. Für Veh ist der Rückrundenauftakt daher von großer Bedeutung: "Wenn du am zweiten Spieltag gegen einen direkten, wenn auch schon etwas entfernten, Konkurrenten spielst, dann sind die ersten Spiele schon wichtig." 

FC Bayern Muenchen v 1. FC Koeln - Bundesliga

                    Ruthenbeck und Veh (v.l.) haben noch längst nicht aufgegeben  



​Stefan Ruthenbeck gab sich auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen die 'Fohlen', die nach der Hinrunde auf dem sechsten Rang liegen, ebenfalls kämpferisch: "
Es ist nicht unsere letzte Chance, sondern eine Riesengelegenheit", so der 45-Jährige laut Express. Selbst bei einer Niederlage sei "noch in keine Richtung etwas gelaufen", weshalb man "ein Stück weit Optimismus" verspüre. 

​Für Ruthenbeck hat Veh nur positive Worte übrig: "Er hat seine Sache gut gemacht, so wie er arbeitet gefällt mir." Ob der vorherige U19-Trainer jedoch über die Saison hinaus Trainer in Köln bleibt, ließ er jedoch offen: "Alles andere wird man sehen." Dabei spielt es für Veh vermutlich auch keine Rolle, ob man in der kommenden Spielzeit in der ersten oder zweiten Bundesliga vertreten ist. Aus finanzieller Sicht sei dies jedoch anders: "Die wirtschaftliche Situation ist in der zweiten Liga komplett anders."

Aufgrund der aktuellen Größe des Kaders, der aus der Qualifikation für die Europa League hervorgeht, seien Neuzugänge kein leichtes Unterfangen: "
Der Kader ist groß, also kann man nicht einfach so jemand holen. Man muss eventuell zunächst Spieler abgeben", so Veh. Allerdings glaubt er daran, dass einige Leistungsträger der aktuellen Mannschaft dem 1.FC Köln auch in der zweiten Liga erhalten bleiben. Veh habe "das Gefühl, dass der ein oder andere Spieler, der woanders vielleicht mehr geboten bekommt, gar nicht abgeneigt ist, im Fall des Falles hier wieder etwas mit aufzubauen."