​Bundesligist Hamburger SV erwägt offenbar, Teile des Vereins an chinesische Investoren zu verkaufen. Medienberichten zufolge sollen die Rothosen damit der Einmischung von Investor Klaus-Michael Kühne entgegenwirken, der mit seinem Handeln viele unzufrieden stimmt.


Wie der Spiegel berichtet, erwägt der Hamburger SV den Einstieg chinesischer Investoren zuzulassen. Mithilfe der finanziellen Mittel aus Asien könnte der Bundesliga-Dino auf dem Transfermarkt mehr Geld ausgeben, um neue Spieler zu verpflichten. "Wir haben unser Budget weitestgehend ausgegeben", erklärte Vorstandschef Heribert Bruchhagen jüngst auf dem Neujahrsempfang des Vereins dem Hamburger Abendblatt



Mit einem Verkauf von Klubanteilen könnte man sich zudem von der Abhängigkeit von Logistik-Milliardär und Investor Klaus-Michael Kühne lösen, der aktuell etwa 20,5 der HSV-Anteile halten soll. Der 80-Jährige hat sich mit seiner Einmischung beim Bundesligaklub in den letzten Jahren trotz der Bereitstellung von mehreren Millionen Euro unbeliebt gemacht, vor allem seine öffentlichen Aussagen über Spieler und Angestellte sorgen bei den Verantwortlichen und Fans immer wieder für Unmut. 


Wie die Zeitschrift berichtet, sollen Vereinspräsident Jens Meier und Finanzvorstand Frank Wettstein auf der Suche nach neuen Investoren in China fündig geworden sein und dort bereits in Verhandlungen mit dem Unternehmen SIPG (Shanghai International Port Group) stehen. Mit der Hafenbetriebsgesellschaft sowie dem in deren Besitz stehendem chinesischen Vizemeister Shanghai SIPG besteht seit 2016 bereits eine Partnerschaft, diese könnte nun vertieft werden. Aktuell kassiert der HSV für die Beratung beim Aufbau von Vereinstrukturen im Nachwuchs- und Managementbereich des Klub bis 2018 fünf Millionen Euro. Im Gespräch ist ein umfangreiches Investment in Form einer zehnprozentigen Beteiligung an der ausgegliederten HSV Fußball AG. Diese könnte den Hamburgern etwa 30 Millionen Euro einbringen. 


Um allerdings weitere Prozente frei verkaufen zu können, benötigt es einen Beschluss der Mitgliederversammlung. Damit das Vorhaben auch juristisch möglich ist, müsse der HSV zudem umstrukturieren. Als Lösung nennt das Blatt einen Rückkauf von den Kühne-Anteilen und einen anschließenden Weiterverkauf an die Chinesen - im Idealfall dann zu einem deutlich höheren Preis. Voraussetzung für die Beispiellösung wäre allerdings der freiwillige Ausstieg des gebürtigen Hamburgers. In den nächsten Monaten wollen die Verantwortlichen Gespräche führen, eine baldige Entscheidung ist zumindest kurzfristig also noch nicht in Sicht. 


In China ist es SIPG gelungen, den Aufsteigerklub aus Shanghai innerhalb von kurzer Zeit zu einem Meisterschaftskandidaten zu formen. Eine ähnliche Erfolgsgeschichte würde man sich nun also wohl auch beim HSV wünschen, wenngleich es in der Bundesliga deutlich schwieriger sein dürfte, als in der heimischen Super League. Eins steht fest: von Klaus-Michael Kühne und seinen Machenschaften hat man in Hamburg aktuell mehr denn je die Nase voll.