In der kommenden Rückrunde werden erneut auch in der ersten Bundesliga vereinzelt Spiele an einem Montagabend ausgetragen. Nachdem die DFL laut einem Bericht der Rheinischen Postdie Begegnung zwischen Borussia Dortmund und dem FC Augsburg als eines der insgesamt fünf Montagsspiele wählte, kündigte nun das Bündnis Südtribüne des BVB auf ihrer Website an, die für den 26. Februar angesetzte Begegnung zu boykottieren.

Die ersten drei der insgesamt viel kritisierten Montagsspiele, von denen fünf in der laufenden Saison ausgetragen werden sollen, wurden bereits im Dezember von der Deutschen Fußball Liga terminiert. Den Anfang machen Eintracht Frankfurt und Vizemeister RB Leipzig am 19. Februar, ehe Borussia Dortmund eine Woche später auf den FC Augsburg trifft. Zudem kommt es am 12. März zum Aufeinandertreffen zwischen Werder Bremen und den den 1.FC Köln.

Im Mai 2016 fand das erste Montagabend Spiel der Bundesliga statt, als Werder Bremen im heimischen Weser Stadion auf den späteren Absteiger VfB Stuttgart traf und das Spiel mit 6:2 für sich entscheiden konnte. Doch die Begegnungen zu Wochenbeginn sorgten immer wieder für Proteste. Finanzielle Gründe stünden im Vordergrund, das Sportliche würde erneut auf der Strecke bleiben.

Hannover 96 v FC Schalke 04 - Bundesliga

      Schon lange protestieren deutschlandweit Fans in den Stadien gegen Montagsspiele

Bereits im Juli 2015 rechtfertigte DFL-Chef Christian Seifert in einem Interview mit der Welt die Entscheidung pro Montagsspiele: "Fragen Sie mal Schalke und Dortmund, die in der kommenden Saison am Donnerstag in der Europa League ran müssen. Die sind alles andere als erfreut, wenn sie keine 48 Stunden später wieder in der Liga spielen müssen. Wir versuchen aus diesem Grund, unsere Europapokal-Teilnehmer zu entlasten mit zehn Spielen, die sie nicht Samstagnachmittag bestreiten müssen."

Südtribüne verzichtet auf Spiel gegen den FCA: "Eine Bankrotterklärung"

Überzeugend wirkte dies offenbar von Anfang an nicht. Daher verkündete das Bündnis Südtribüne Dortmund, das am Montagabend angesetzte Heimspiel gegen Augsburg aussetzen zu wollen. Nachdem man sich "mehrfach an den bundesweiten Protesten gegen die Einführung von Montagsspielen in der Bundesliga beteiligt" habe, sei nun "der Punkt erreicht, an dem die Grenze des Hinnehmbaren endgültig überschritten" sei und man "die irrwitzige Entwicklung der Anstoßzeiten nicht mehr mitmachen" wolle.

Man werde "schweren Herzens, aber aus Überzeugung" auf die Partie am 24. Spieltag verzichten. Bundesligaspiele an einem Montagabend anzusetzen bedeute "einen weiteren großen Schritt hin zum Ausverkauf des Fußballs und den negativen Höhepunkt der sukzessiven Spieltagszerstückelung in den vergangenen Jahren, die ausschließlich vom Profitstreben der Vereine, Verbände und TV-Sender vorangetrieben wird." Besonders auf die Fans werde keine Rücksicht genommen.

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         Leere Ränge auf der Südtribüne kämen für den BVB einem Fiasko gleich

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Verlierer sind mal wieder die Fans, die ihren Verein im Stadion unterstützen wollen", so das Bündnis in ihrem Statement, das die Gästefans aus Augsburg als Beispiel nannte: "So müssen die Augsburger beispielsweise an einem Montag fast 600 Kilometer abspulen, um ihre Mannschaft in Dortmund unterstützen zu können. Für Arbeitnehmer gehen dafür gut und gerne zwei Urlaubstage drauf, will man am Morgen nicht total übermüdet auf der Arbeitsstelle erscheinen."

​Montagsspiele, so heißt es, seien "für die Bundesliga eine Bankrotterklärung." Begründung: "
Wenn Begegnungen an Terminen stattfinden, an denen eigentlich niemand Zeit hat, ins Stadion zu gehen", bedeute dies "eine haarsträubende Gleichgültigkeit gegenüber dem gesellschaftlichen Stellenwert des Fußballs und den Fans, die den Sport erst zu dem machen, was er ist."

​Man frage sich, wohin die vergangene Entwicklung führen solle, falls kein Umdenken stattfinden werde. Die Bundesliga, so das Bündnis Südtribüne Dortmund, könne nicht mehr "gesellschaftlich verbinden", wenn der "traditionelle Samstagnachmittag um 15:30 Uhr" aufgrund der schwindenden Anzahl an simultanen Spielen immer mehr an Stellenwert verliere.