Der Video-Beweis sorgte am 15. Spieltag wieder einmal für viele Diskussionen. Beim Spiel Borussia Mönchengladbach gegen den FC Schalke 04 (1:1) wurde ein Elfmeter zurückgenommen - aus Sicht vieler Beteiligten jedoch zu Unrecht. 


Was war passiert? Kurz vor der Pause legte Schalkes Naldo den Gladbach-Kapitän Lars Stindl im Strafraum. Schiedsrichter Sascha Stegemann (im Bild Assistent Mike Pickel; Anm. d. Red.) entschied sofort auf Elfmeter. Zwar gab es an dem Foul an sich nichts zu deuteln, doch trotzdem wurde der Strafstoß nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten zurückgenommen. Der Grund: Kurz vor dieser Szene hatte Gladbachs Oscar Wendt angeblich den Schalker Daniel Caligiuri gefoult.


Hecking greift seinen Ex-Spieler Caligiuri an


Laut ​RevierSport reagierte vor allem Dieter Hecking auf die Rücknahme des Elfmeters nach dem Spiel zornig. Der Fohlen-Coach nahm sich seinen Ex-Spieler aus gemeinsamen Zeiten, Claigiuri, zur Brust und fuhr ihm mit dem Satz "Das war kein Foul" in die Parade. Auf die Szene im Kabinengang wollte der Fußball-Lehrer im Interview jedoch nicht eingehen ("Kein Kommentar").

Dennoch machte er wutentbrannt deutlich, dass er grundsätzlich ein Verfechter des Videobeweises bleibe.

Borussia Moenchengladbach v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Das Lachen ist Hecking gegen Schalke endgültig vergangen.


"Ich bin ein klarer Befürworter des Videobeweises. Ihr alle wartet doch nur darauf, dass einer von uns hier sagt: abschaffen! Begreift es endlich, ich habe keinen Bock mehr, darüber zu reden", so Dieter Hecking.


Tedesco vergleicht Videobeweis mit einem Deutschaufsatz


Sein Trainer-Kollege in Diensten der Königsblauen, Domenico Tedesco, fand deutlich zurückhaltendere Worte, schließlich profitierte seine Mannschaft in dieser Situation von der Rücknahme: "Es ist schwierig. Vergangene Woche haben wir zum Beispiel durch den Videobeweis einen Elfmeter gegen uns bekommen. Das ist im Grunde wie ein Deutschaufsatz, es liegt im Auge des Betrachters - nicht wie bei Mathe."

Auch die lange Pause zwischen dem Kontakt mit dem Video-Assistenten und der finalen Entscheidung stieß vielen Beteiligten unangenehm auf. Grundsätzlich gilt Schalkes Naldo deshalb nicht überraschend nicht als Befürworter des Videobeweises, wie er laut eines ​kicker-Berichtes erklärte: "Fehler gehören zu diesem Sport dazu, bei Spielern ebenso wie bei Schiedsrichtern. Ich brauche diesen Videobeweis überhaupt nicht."