Bei Werder Bremen gilt Ailton Gonçalves da Silva, kurz ‚Ailton‘, als absolute Vereinsikone. In insgesamt 214 Pflichtspielen erzielte der bullige Torjäger starke 106 Tore in Grün-Weiß und holte mit dem SVW 2004 das Double aus Meisterschaft und Pokal. Auf die alten Zeiten blickt der Brasilianer indes nur noch mit Wehmut zurück – und übt Kritik an der Transferpolitik seines Herzensklubs.


„Wer Ailton nicht kennt, der hat den Fußball nie geliebt“, könnte man fast meinen. Bei Werder Bremen ist der inzwischen 44 Jahre alte Fußballrentner einer der ganz großen Ikonen. Blickt der ehemalige Stürmer aber auf die jetzige Lage bei den Grün-Weißen, versprüht der sonst so lebenslustige Brasilianer nur wenig Optimismus. Ein Dorn im Auge ist ihm vor allem die Bremer Transferpolitik.


„Früher hatte Werder Stürmer der Extra-Klasse wie Pizarro, Klasnic, Klose, Almeida oder mich. Im Moment sehe ich hier keinen echten Torjäger mehr. Der Fehler liegt bei den Transfers. Ich vermisse das Auge, den Überblick der Scouts“, bekrittelt Ailton in der Bild. In Südamerika gebe es noch bezahlbare Spieler, der Verein solle ihm eine Chance geben, „dann suche ich einen neuen Stürmer für Werder“.

Werder Bremen v Alemania Aachen

Ailton, sie nennen ihn Kugelblitz



Überdies bietet auch Ivan Klasnic seine Hilfe an. Der in Hamburg geborene Kroate stürmte von 2001 bis 2008 insgesamt sieben Jahre für Werder. „Wenn es weiter nicht funktioniert, soll Alex (Nouri, Trainer; Anm. d. Red.) mich anrufen. Dann zeige ich den Stürmern, wie man Tore schießt“, so der heute 37-Jährige. Die Spieler müssen „üben, üben, üben. Die Stürmer sollten mit dem Trainer reden, ob sie mal eine Extra-Einheit einlegen, um das Toreschießen zu trainieren.“


Ein zusätzlicher Tipp Klasnics: „Vielleicht sollte der Trainer auch dem jungen Eggestein mal eine Chance geben. Konkurrenz belebt das Geschäft. Es kann ein Ansporn für die anderen Stürmer sein.“ Der 19-jährige Johannes Eggestein gilt als eines der großen Stürmertalente in Deutschland und kommt in der laufenden Saison nur auf einen sechsminütigen Einsatz in der Bundesliga. Vor allem im Jugendbereich schoss er alles kurz und klein.