​Es waren keine besonders erfreulichen Zahlen, die der 1. FC Nürnberg seinen Mitgliedern bei der heutigen Jahreshauptversammlung in der Meistersingerhalle präsentieren konnte. Die vergangene Saison beendete der Verein mit einem Minus von 1,9 Millionen Euro. Dieser sei vor allem "den Mindererlösen im Spielbetrieb und außerplanmäßigem Aufwand im Personalbereich geschuldet", heißt es dabei von Vereinsseite. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich, zum Bilanzstichtag am 30. Juni, im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Millionen auf 20,8 Millionen Euro. Die von Finanz-Vorstand Michael Meeske im Vorfeld angekündigte "schwarze Null" wurde damit klar verfehlt, der Schuldenberg des Clubs wächst weiter an.

Der fränkische Traditionsverein plagt sich seit Jahren mit Verbindlichkeiten im zweistelligen Millionenbereich. Immer wieder wurde von Vereinsseite versucht, durch Spielerverkäufe Geld in die leeren Kassen zu spülen. Prominenteste Abgänge der letzten Jahre waren dabei Namen wie Guido Burgstaller (1,5 Millionen/Schalke 04), Niclas Füllkrug (2,2 Millionen/Hannover 96), Alessandro Schöpf (5,5 Millionen/Schalke 04) oder Josip Drmic (6,8 Millionen/Bayer Leverkusen). Trotz der Millionen-Verkäufe schaffte es Nürnberg in den vergangenen Jahren nicht, den Schuldenberg zu verringern - im Gegenteil, der Verein schreibt weiter rote Zahlen. 


„Der Saisonverlauf sowie situative Personalentscheidungen haben neben der Restrukturierung im Merchandising und des Zahlungsausfalls eines Premiumsponsors naturgemäß die Zahlen belastet", so Meeske. Der Umsatz des Clubs ging in der vergangenen Spielzeit auf 36,7 Millionen Euro zurück, ein Minus von 9,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Aufwendungen verringerten sich laut Vereinsangaben um 9,5 Millionen Euro auf 38,6 Millionen Euro (Vorjahr: 48,1 Millionen Euro), größter Posten seien hierbei, mit 12,4 Millionen Euro, der Personal-Etat im Lizenzbereich.


Der Verein zeigte sich, in Person von Finanz-Vorstand Michael Meeske, für die Zukunft dennoch vorsichtig optimistisch: "Wir haben einen positiven Trend und kommen mit vielen kleinen Schritten voran. Aber der große Befreiungsschlag ist ausgeblieben." 


Die so dringend benötigte Gesundung des Clubs hängt dabei jedoch vor allem am sportlichen Erfolg der Profi-Mannschaft. Seit dem Abstieg in die 2. Bundesliga vor vier Jahren, erreichte man mit Ausnahme von Platz drei in der Saison 14/15 nur einen enttäuschenden zwölften und neunten Platz - zu wenig für die hohen Ansprüche des Traditions-Vereins. Auf lange Sicht dürfte dem Verein also nur ein erneuter Aufstieg in die erste Liga aus den finanziellen Engpässen helfen.