Dank eines 2:1-Sieges gegen Tschechien in der Eden Aréna von Prag hat die deutsche Nationalmannschaft die Buchung des Russland-Tickets fast in trockene Tücher gebracht. Der Spagat des Bundestrainers, seinem Kader die richtige Mischung aus frisch gebackenen Confed-Cup-Siegern und arrivierten Weltmeistern zu verpassen, gelang nur teilweise. Geglänzt hat der Weltmeister von 2014 jedoch zu keiner Zeit.


Tschechien - Deutschland 1:2 (0:1)
Tore: 0:1 Werner (4.), 1:1 Darida (78.), 1:2 Hummels (88.)
Zuschauer: 20.000 in Prag


Sieben Siege in sieben Quali-Spielen: Diese Bilanz kann sich sehen lassen. Und dennoch lautete die spannendste Frage vor dem Gastspiel der deutschen Nationalmannschaft in Tschechien nicht, ob die DFB-Elf als Sieger vom Platz gehen würde. Zum einen hatte der deutliche Punktevorsprung relativ entspannte Gesichter der mitgereisten Fans zur Folge, zum anderen konnte man sich in den vergangenen Jahren auf die Erfahrung der Löw-Elf in richtungsweisenden Spielen verlassen. Daher sorgte eher die schwarz-rot-goldene Startformation für Aufmerksamkeit. Obwohl der Bundestrainer laut ​sportschau.de im Vorfeld auf das "langsame Ende der Experimente" hingewiesen hatte, schickte er drei Confed-Cup-Sieger von Beginn an aufs Feld. Lars Stindl, Julian Brandt und Matthias Ginter bekamen ihre Chance.


Frühes Werner-Tor sorgte nicht für Sicherheit


Wir haben in den vergangenen Jahren schon bessere Spiele der deutschen Nationalelf zu sehen bekommen. Doch bekanntlich springt ein gutes Pferd nur so hoch wie es muss. Die frühe Führung spielte dem Weltmeister von 2014 dabei in die Karten: Auf der Höhe der Mittellinie konnte sich Mats Hummels den Ball erkämpfen, den er direkt an Mesut Özil weitergab. Dieser behielt die Übersicht und leitete den Treffer mit einem Pass auf Timo Werner ein. Der Leipziger wiederum legte sich den Ball in der 4. Spielminute so zurecht, dass er nur noch einnetzen musste. 


Die richtige Reaktion auf den Ausgleichstreffer

Bereits im Verlauf der ersten Halbzeit wurde deutlich, dass Löws Warnung vor der Begegnung nichts mit Understatement zu tun hatte. "Zu Beginn einer neuen Saison stehen wir vor der Situation, dass wir nicht ganz so eingespielt sind", ließ der Trainer seine Zweifel an einem Erfolg gegen Tschechien im Vorfeld freien Lauf. Er sollte Recht behalten: Der Gastgeber nahm die Rolle des Spielverderbers an. Tschechien stand gut gestaffelt und glaubte auch nach dem Gegentreffer an den einen goldenen Moment. Der glückte ausgerechnet Deutschland-Legionär Vladimir Darida, der seinen "Sonntagsschuss" aus über 20 Metern im Tor von Marc-André ter Stegen unterbringen konnte. 

FBL-WC-2018-QUALIFIER-CZE-GER

Das 1:1 kam nicht wirklich überraschend, da der Großteil der Torschüsse auf das Konto Tschechiens ging. Dank eines Kopfballtores kurz vor Schluss von Mats Hummels konnte Deutschland die drei Punkte letztlich doch noch mitnehmen. Hinsichtlich der WM 2018 gibt es noch reichlich Luft nach oben. Mit fünf Punkten vor Nordirland und zwölf Punkten vor Tschechien deutet bei noch drei ausstehenden Quali-Spielen vieles auf eine erfolgreiche WM-Qualifikation hin.