Der DFB hat unter den Anhängern der Bundesligisten nicht den besten Ruf. Unterstreichen konnten das am gestrigen Finalabend in Berlin die Dortmunder Fans, die offen gegen den deutschen Fußballverband protestierten. Zu diesem Zweck griffen die Dortmunder Supporter - erneut - zu radikalen Mitteln.


Als Helene Fischer in der Halbzeit des DFB-Pokalfinals zwischen Borussia Dortmund und der Eintracht aus Frankfurt ihre besten Schlager-Hits schmetterte, wurde sie von einem gellenden Pfeifkonzert der Dortmunder und Frankfurter Fans begleitet. Eine deutliche Kritik am DFB, die auch BVB- und SGE-Verantwortliche nach dem Spiel aufgriffen. Dieser Zirkus hatte mit Fußball nichts zu tun.


Die Proteste gegen den deutschen Fußballverband erstreckten sich allerdings deutlich weiter, als nur auf ein Pfeifkonzert in der Halbzeit. Beim Einlaufen der Spieler vor dem ersten Durchgang hielten BVB-Fans 'Scheiß-DFB'- und 'Scheiß-Polizei'- Plakate in die Höhe und untermauerten ihren Protest mit dem Zünden von Pyros, gelbem Rauch und Stroboskope. Den BVB erwartet - einmal mehr - eine saftige Sanktion vom DFB.


„Wir werden die Vorfälle mit den Sicherheitsbehörden analysieren, und die Sportgerichtsbarkeit wird sich intensiv mit notwendigen Sanktionsmaßnahmen befassen“, sagte Friedrich Curtius, Generalsekretär des Verbandes. „Es ist völlig inakzeptabel, dass einige Chaoten dieses wunderbare Pokalfinale, auf das sich so viele Zuschauer freuen, als Bühne missbrauchen und die anständigen Fans, Familien und Kinder im Stadion durch Abbrennen von Pyrotechnik gefährden“, sagte Curtius. Es habe deutlich verstärkte Kontrollen gegeben. „Dass dennoch Feuerwerk ins Stadion gelangen konnte, zeigt die hohe kriminelle Energie, mit der hier einige Gruppen vorgehen.“


Frankfurt schließt sich Dortmunder DFB-Protest an


In den Protest der Dortmunder Anhänger stieg dann zu allem Übel auch noch die Frankfurter Fan-Gemeinschaft ein. Im Wechselgesang spielten sich BVB- und SGE-Supporter Schmähgesänge über den DFB zu und zeigten Einigkeit gegen den Sportvorstand, dem in der Vergangenheit immer wieder Korruption, mangelnde Transparenz und Profitgier nachgesagt wurde.

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Gingen (wieder einmal) einen Schritt zu weit: Die Anhänger von Borussia Dortmund

​Fakt ist: Am wohl größten Abend des deutschen Fußballjahres, erlebte der DFB einen rabenschwarzen Abend. Welche Erkenntnisse der Fußballverband daraus ziehen wird, bleibt abzusehen. BVB- und Frankfurt-Fans hingegen ist es gelungen, ein unmissverständliches Zeichen zu setzen - Sanktionen hin oder her.