Seit dem Abgang von Matthias Sammer ist der FC Bayern auf der Suche nach einem passenden Sportdirektor. Nach Absagen von Philipp Lahm und Max Eberl stehen die Münchner immer noch ohne einen solchen da. Nun übte der ehemalige Sportdirektor Matthias Sammer Kritik an der Führungsriege beim Rekordmeister.


Die Meisterschaft ist schon lange unter Dach und Fach, für Philipp Lahm wird die Partie gegen den SC Freiburg noch mal zu Schaulaufen und die Profis haben nach den Nicht-Nominierungen für den Confed-Cup die Urlaubstage schon gebucht. Also alles eitel Sonnenschein an der Säbener Straße? Weit gefehlt, denn die Saison wird aktuell mit viel Magengrummeln abgehakt. Dass es „nur“ zur fünften Meisterschaft reichte, wurmt die Gefühlswelt der Bayern doch arg, und auch eine andere Baustelle ist bislang nicht geschlossen worden.


Uneinigkeit in der Führungsetage


So sind die Münchner nach wie vor auf der Suche nach einem Sportdirektor, was nun auch wieder den ehemaligen Sportdirektor Matthias Sammer auf den Plan rief. Der übte nun Kritik an der Vorgehensweise von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, die sich beide offensichtlich nicht auf einen Kandidaten einigen konnten, denn während Rummenigge Philipp Lahm favorisierte, schien Hoeneß mehr auf Eberl zu setzen.


Die Kommunikation nach außen in dieser Sache schien Sammer sichtlich zu irritieren. „Bei der ganzen Frage Sportdirektor oder nicht, da hat es auch Namen gegeben. Ich weiß, dass die Öffentlichkeit dazugehört. Ich glaube aber, dass man erst mal intern eine Einigkeit erzielt und dann geräuschlos vorgeht und dann etwas verkündet. Das ist da eben auch nicht geschehen“, so Sammer im kicker.


Kein Sportdirektor mehr in München?


Zu viele Interna seien seiner Meinung nach an die Öffentlichkeit gedrungen, die sonstige Einheit, die zwischen den Bossen beim Rekordmeister herrschte, sie ist dahin. „Es wundert mich, dass es diese ganzen Diskussionen gab, um Max Eberl oder Philipp Lahm, die nicht von den beiden geführt wurden. Das irritiert mich sehr“, fügte der 49-Jährige noch an. Inzwischen ist es jedoch in dieser Angelegenheit auch bei den Bayern wieder sehr ruhig geworden, was auf einen Lernprozess schließen lässt.


Die Münchner tz geht nach den Worten von Sammer inzwischen sogar davon aus, dass der Posten eventuell gar nicht mehr besetzt wird. „Man muss Vereinsführungen respektieren. Du musst ja deinen Platz finden. Zwischen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, da gibt es auch Jan-Christian Dreesen, den Finanzmann. Da müssen Sie Ihren Platz finden und Gott sei Dank gab es den. Aber ob den auf Dauer der Verein haben will, weiß ich nicht. Das muss der Verein entscheiden und dann muss er ihn besetzen, aber wenn er glaubt, dass es nicht so wichtig ist, dann brauche ich es nicht zu tun, denn du machst denjenigen, den du dann holst, kaputt.“