Borussia Dortmund ist im Viertelfinale der Königsklasse nach dem 1:3 in Monaco ausgeschieden, doch das Aus im Wettbewerb ist alles andere als schlimm. Vielmehr bekommen die Spieler nun endlich die Ruhe, die sie brauchen, um den Anschlag zu verarbeiten und sich einfach mal ein wenig vom Stress zu erholen.


Das Magazin 11Freunde hatte es in einem Artikel von gestern richtig auf den Punkt gebracht. Die „Scheißwoche“ ist endlich vorbei. Drei Spiele in sechs Tagen, dazu die Verarbeitung des Anschlags – es wäre ein Wunder gewesen, wenn der BVB in die nächste Runde eingezogen wäre. Denn einen Mordanschlag, so erklärt auch das Magazin, steckt man eben nicht mal so einfach weg. Vier Tage nach dem Attentat steht BVB-Keeper Roman Bürki vor den Mikrofonen und berichtet, dass er erhebliche Schlafprobleme hat, dass er ein Trauma hat, was so leicht nicht zu überwinden ist.


Ruhe und Sicherheit


Der UEFA aber sind solche Befindlichkeiten relativ egal, denn der Rubel muss rollen, es muss weitergehen. Für die Dortmunder Kicker aber ist das Beste, was sie brauchen können, Ruhe und Sicherheit. Wenn aber drei Spiele innerhalb von sechs Tagen angesetzt sind, wovon eines in Frankreich stattfindet bei eben jenem Gegner, vor dessen ersten Aufeinandertreffen der Anschlag verübt wurde, ist das so ziemlich genau das Gegenteil von Ruhe und Sicherheit.

Mit der Festnahme einerseits sowie mit dem Ausscheiden andererseits gibt es aber nun erstmals die Möglichkeit auch für die Spieler, mal durchzuatmen und das Geschehene mal zu verarbeiten, sich mit dem Anschlag auch in Ruhe mal auseinanderzusetzen. So kommen die Akteure für einen Moment aus dem Hamsterrad heraus, denn ein Weiterkommen hätte sicher nicht dazu beigetragen, mehr Zeit für sich und die Verarbeitung des Anschlags zu haben.


Das Attentat verarbeiten


Vor allem kann das Drama auch im Kopf ad acta gelegt werden. Wäre der BVB eine Runde weitergezogen, wäre er auch im Halbfinale mit dem Attentat konfrontiert worden, es könnte wieder eine Überhöhung der Spiele zur Staatsaffäre stattfinden, die Spieler stünden wieder unter größerem Druck, als sie sowieso schon stehen. Bei einer solch jungen Mannschaft, wo teilweise 18 Jahre alte Teenager fernab von daheim in einem fremden Land Fußballspielen, hätte die Entwicklung fatalere Folgen haben können, als es sie eh schon gibt.

So aber könnten sich ein paar freie Tage im vollen Terminkalender ergeben, die Zeit zum durchschnaufen versprechen. Wo die Spieler abschalten können von ihrem Job. Allerdings auch noch nicht sofort, denn in der Liga kämpft die Mannschaft mit Hoffenheim um die direkte Qualifikation zur Champions League, im DFB-Pokal geht es im Halbfinale kommende Woche gegen die Bayern. Bis dahin muss irgendwie die Konzentration hochgehalten werden.