Die Ermittler des Bombenanschlags auf den Dortmunder Mannschaftsbus haben einen ersten Verdächtigen gefasst, der den Anschlag wohl verübt haben soll. Dabei kommt der Attentäter weder aus dem links- noch aus dem rechtsextremistischen Raum, auch ein terroristischer Akt kann wohl ausgeschlossen werden. Als Motiv hinter dem Anschlag vermuten die Ermittler Habgier.


Wie verschiedene Medien heute Morgen berichten, haben Spezialkräfte der GSG9 einen 28-Jährigen festgenommen, der für den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verantwortlich sein soll. Ihm wird laut der Generalbundesanwaltschaft versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.


BVB-Aktie sollte einstürzen


Wie die Ermittler erklären, soll der Mann, der aus dem Raum Tübingen stammt, Geldgier als Motiv gehabt haben. Mit dem Anschlag wollte er einen Kursverlust der BVB-Aktie erzwingen, worauf er kurz zuvor gesetzt habe. Aufmerksam geworden sind die Beamten auf den Mann, weil ein Mitarbeiter einer Bank der Polizei eine Verdachtsanzeige wegen Geldwäsche übermittelte.


Der Täter hatte demnach 15000 Put-Optionsscheine, gekauft, die an Wert gewonnen hätten, wäre die Aktie zum Einsturz gebracht worden, wie das Handelsblatt berichtet. Das BKA spricht dabei von einem möglichen Profit von vier Millionen Euro. Zwar hatte die Aktie tatsächlich verloren, allerdings nur marginal, zudem schloss sie zum Ende hin sogar mit einem Gewinn nach Beendigung des Handels ab.


Watzke dankt den Behörden


In einer von Borussia Dortmund veröffentlichten Mitteilung von Hans-Joachim Watzke heißt es: „Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der nordrhein-westfälischen Polizei wurden sehr intensiv und mit Hochdruck geführt. Dafür bedanken wir uns in aller Form und hoffen, dass in dem Tatverdächtigen nun der Verantwortliche für den niederträchtigen Anschlag auf unsere Spieler und Staff-Mitglieder gefasst werden konnte.“


Wie Spiegel Online erklärt, soll sich der Verdächtige ins gleiche Mannschaftshotel wie der BVB eingemietet haben, mit Blick auf den späteren Mannschaftsort. Daher gehen die ermittelnden Beamten davon aus, dass er den Zünder vom Hotelzimmer aus hochgehen ließ und damit die Detonation herbeiführte. Es wird jedoch weiter nach Komplizen des Tatverdächtigen gefahndet, da der verwendete Sprengstoff noch Rätsel aufgibt.