Trotz zahlreicher Chancen verlor Borussia Dortmund in Lissabon gegen Benfica mit 0:1 und steht nun für das Rückspiel in zwei Wochen gehörig unter Druck. Dabei hätte auch alles ganz anders kommen können, wenn Pierre-Emerick Aubameyang den Strafstoß verwandelt hätte – oder wenn er einem anderen Spieler den Vortritt gelassen hätte.


Nichts ist im Europa-Pokal so wichtig wie ein Auswärtstreffer. Die schwarzgelben Borussen hatten gestern in der 57. Minute die große Chance, ein solches zu erzielen. BVB-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang aber scheiterte kläglich und schoss den wohl schwächsten Elfmeter der letzten Jahre. Aber es passte ins Bild, das der Gabuner gestern abgab. Bereits zuvor scheiterte er mit zwei vergebenen Großchancen.


Kein Problem für Reus


Anstelle aber nun einem anderen Mitspieler den Vortritt zu lassen, entschied sich der Angreifer für die Ausführung und vergab. Dabei gab es mit Marco Reus bereits jemanden, der den Elfmeter liebend gern ausgeführt hätte. Schließlich war der Nationalspieler bereits mit dem Ball in der Hand auf dem Weg zum Punkt, ehe er von Aubameyang noch abgefangen wurde.

„Ich wollte schon schießen“, erklärte Reus im Nachhinein, „aber ich habe dann mit Auba Kontakt gehabt und er hat gesagt, dass er sich gut fühlt und er ihn reinmachen will. Wahrscheinlich gerade weil er die Chancen vorher nicht genutzt hatte. So etwas passiert aber, kein Problem.“ Auf Nachfrage, ob es eine Hierarchie bei Strafstößen gibt, antwortete er: „Je nachdem, wer sich gerade wie fühlt und wer wie im Spiel drin ist.“


Tuchel will keinen Druck aufbauen


Dann aber hätte spätestens BVB-Coach Thomas Tuchel einschreiten sollen, denn bereits zuvor war klar, dass es nicht der beste Tag von Aubameyang in Portugal war. Der aber wiegelt in dieser Frage auch ab. „Ich werde mich nie in die Rangfolge beim Elfmeter einmischen, weil ich damit den ganzen Druck auf den Spieler lege, den ich bestimme“, so der Trainer.

Was gegen Berlin noch gut ging, lief gegen Benfica schlecht. Auch dort trat 'Auba' nach einem mäßigen Spiel beim Elfmeterschießen an, und traf. Mit einem Auswärtstor in Lissabon wäre die Ausgangslage für die Westfalen aber wesentlich angenehmer gewesen. So muss man in zwei Wochen 90 Minuten um das Weiterkommen zittern und nach Möglichkeit ohne Gegentor auskommen.